avrina1991

Tagebuch eines ungeborenen Bab

tagebuch eines ungeborenen babys

 

5. OKTOBER:

Heute begann mein Leben.
Meine Eltern wissen es

noch nicht,aber ich bin schon da.
Ich werde ein Mädchen sein;

mit blondem Haar und blauen Augen.
Alle meine Anlagen

sind schon festgelegt,
auch dass ich eine Schwäche

für Blumen haben werde.

19. OKTOBER:

Manche sagen, ich sei noch

gar keine richtige Person,
sondern nur ein Zellklumpen.
Aber ich bin eine richtige Person,
genauso wie eine kleine

Brotkrume eben Brot ist.
Meine Mutter existiert. Ich auch.

23. OKTOBER:

Jetzt öffnet sich schon mein Mund.
Denke nur, in ungefähr einem

Jahr werde ich lachen

und später sprechen.
Ich weiss, was mein erstes

Wort sein wird: MAMA,
oder vielleicht auch PAPA.

25. OKTOBER:

Mein Herz hat heute

zu schlagen begonnen.
Von jetzt an wird es

für den Rest meines
Lebens schlagen, ohne jemals

anzuhalten, etwa um auszuruhen.
Und nach vielen Jahren wird

es einmal ermüden.
Es wird stillstehen, und dann

werde ich sterben.

2. NOVEMBER:

Jeden Tag wachse ich etwas.
Meine Arme und Beine

nehmen Gestalt an.
Aber es wird noch lange dauern,
bis ich mich auf diese kleinen Beine
stellen und in die Arme meiner
Mutter laufen kann und

bis ich mit diesen kleinen Armen
Blumen pflücken und meinen

Vater umarmen kann.

12. NOVEMBER:

An meinen Händen bilden

sich winzige Finger.
Wie klein sie sind!
Ich werde damit einmal meiner
Mutter übers Haar streichen können.

20. NOVEMBER:

Erst heute hat der

Arzt meiner Mutter gesagt,
dass ich hier unter ihrem Herzen lebe.
Oh wie glücklich sie doch sein muss!
Bist du glücklich, Mama?

25. NOVEMBER:

Mama und Papa denken sich

jetzt wahrscheinlich einen
Namen für mich aus.
Aber sie wissen ja gar nicht,
dass ich ein kleines Mädchen bin.
Ich möchte gern Susi

oder Maria heissen.
Ach, ich bin schon so gross geworden!

29.NOVEMBER:

Ich freue mich schon auf den Tag,
wenn ich in den Kindergarten

und in die Schule komme.
Mama wird bestimmt

mit mir zufrieden sein.

10. DEZEMBER:

Mein Haar fängt an zu wachsen.
Es ist weich und glänzt so schön.
Was für Haare die Mama wohl hat?

13. DEZEMBER:

Ich kann schon bald sehen.
Es ist dunkel um mich herum.
Wenn Mama mich zur Welt bringt,
werde ich lauter Sonnenschein

und Blumen sehen.
Aber am liebsten möchte

ich meine Mama sehen.
Wie siehst du wohl aus, Mama?

17. DEZEMBER:

Ich habe schon 2 Geschwister,
ich werde mich sicher

gut mit ihnen verstehen.

24. DEZEMBER:

Ob Mama wohl die Flüstertöne

meines Herzens hört?
Manche Kinder kommen etwas

kränklich zur Welt.
Aber mein Herz ist stark und gesund.
Es schlägt so gleichmässig:
bum-bum, bum-bum. Mama,
du wirst eine gesunde

kleine Tochter haben!

26.DEZEMBER:

Vielleicht werde ich ja

mal eine gute Tänzerin,
oder eine gute Musikantin.
Ich werde meine

Talente schon entdecken.
Mama hilft mir bestimmt dabei.

28. DEZEMBER:

Heute haben mich mein
Mutter und mein

Vater umbringen lassen.


Aber jetzt bin ich im Himmel, Mama.
Und wenn Gott euch wieder

ein Kind schenken will,
dann werde ich ihn überzeugen

das nicht zu tun,
weil ihr es eh nicht haben

wollt, so wie mich, Mama!

 

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